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Sonntag, 16. März 2014

Route der Industriekultur - Umspannwerk Recklinghausen



Das aus den Jahren 1927/1928 stammende und in den 90er Jahren aufwendig modernisierte, restaurierte  und umgerüstete Umspannwerk Recklinghausen zählt ebenfalls zur Route der Industriekultur. Noch heutzutage werden von hier aus zahlreiche Haushalte, aber auch Industrie- und Gewerbebetreibe mit Elektrizität versorgt. Außerdem ist seit dem Jahr 2000 in dem Baudenkmal das Museum "Strom und Leben" beheimatet, in dem die Geschichte der Elektrizität anschaulich dargestellt wird.




 Besonders ein Besuch mit Kindern lohnt sich hier, denn in diesem Museum ist "anfassen und ausprobieren" ausdrücklich erwünscht!






Ich denke, dass es sich hier um eines der schönsten und interessantesten kind- und jugendgerecht aufgemachten Museen des Ruhrgebiets handelt. Genau das Richtige, um mal einen Regentag schön zu gestalten.




Wir haben im Rahmen des Umweltdiploms Gelsenkirchen gestern das Museum "Strom und Leben" im Umspannwerk Recklinghausen besucht. Für einen relativ günstigen Eintrittspreis (4 € für Erwachsene / 2,50 € für Kinder) kann man dort auf über 2.500 qm erfahren, wie Strom in kaum mehr als 100 Jahren unser Leben revolutioniert hat.  




Wer die Möglichkeit dazu hat, dem kann ich hier nur raten, eine Führung mitzumachen. Dort erfährt man so viele interessante und kurzweilige Details, dass die Zeit einfach nur im Fluge vergeht.




Diese spannende Museumszeitreise durch Industrie, Gewerbe und Haushalt hinterließ bei uns Erwachsenen ganz oft den "ach-ja-das-kenn-ich-auch-noch"-Effekt, während die Kinder einige Dinge mit fragenden Augen bestaunten und gar nicht so recht wussten, was sie denn überhaupt vor sich hatten. So wurde beispielsweise das hochgehaltene Waschbrett von einigen Kids für eine Vorstufe der Rollade gehalten, 



der gute alte Teppichklopfer wurde als Schneeschuh identifiziert und von den 14 anwesenden Kindern war nicht eines in der Lage ein Telefon mit Wählscheibe ordnungsgemäß zu bedienen.



Kaum zu glauben, oder? 

Während beispielsweise die Kinder mit einem gelangweilten Naserümpfen an der Unterhaltungselektronik aus den 80er Jahren (nein, für die Kids unbegreiflicherweise hatten wir damals weder Computer, Nintendo, XBox und dergleichen) vorbeigingen, schwelgten wir Erwachsenen in vielen Erinnerungen und konnten uns kaum loseisen. Also nicht nur ein kindgerechtes Museum, auch Erwachsene kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten!

Herrlich auch die Frage eines Kindes, ob der ausgestellte, alte Fernseher defekt sei ... nein, damals gab es noch keinen Farbfernseher ... und wie man denn die Programme ohne Fernbedienung umschalten würde .... tja, man musste doch tatsächlich aufstehen und Knöpfchen drücken.  Um die Kinder nicht vollends zu verstören, haben wir dann nicht verraten, dass es damals sogar noch einen "Sendeschluss" gab ^^

nostalgische Grüße

Euer Grübchen

Donnerstag, 2. Januar 2014

Route der Industriekultur – Halde Rungenberg

Berge haben wir hier im Ruhrgebiet natürlich nicht zu bieten, dafür aber viele Halden, die meist wie komische Höcker die Landschaft durchbrechen und uns ein paar kleine Gipfel-Erlebnisse bieten.

Heute Nachmittag waren wir auf der Halde Rungenberg, die zur „Route der Industriekultur“ (wichtigste und touristisch attraktivste Industriedenkmäler des Ruhrgebiets) gehört.





Die Gelsenkirchener Halde Rungenberg zählt zu den „brennenden Halden“ in Deutschland. Im Inneren des Haldenkörpers besteht ein Schwelbrand, der allerdings oberflächlich unauffällig und nicht erkennbar ist. 

Bei der Rungenberghalde handelt sich um eine Bergehalde aus dem Steinkohlenbergabau, die aus dem Abraum der ehemaligen Gelsenkirchener Zeche Hugo entstanden ist. 





Heutzutage ist die Halde begrünt, teilweise bewaldet und man kann dort wunderbar spazieren gehen. Die Halde hat eine Höhe von ca. 60 Metern (110 m über NN) und gehört damit schon zu den etwas größeren Haldenexemplaren. Hat man die obere Ebene erreicht, so wird man von dort mit einem tollen Blick über Gelsenkirchen und bei schöner, freier Sicht auch über die angrenzenden Ruhrgebietsstädte belohnt. 








(BP Werk Gelsenkirchen-Horst)



Auch Nachbarhalden, wie z.B. der Bottroper Tetraeder, die Halde Oberscholven mit ihren Windrädern oder die Hertener Halden Hoppenbruch und Hoheward mit Windkraftanlage, Obelisk, Horizontobservatorium und Sonnenuhr sind von hier aus gut zu sehen. Also eigentlich ... auf den dunklen Regenbildern leider nicht wirklich ;-)






Ganz oben auf der Halde Rungenberg befindet sich übrigens eine geteilte Schutt-Pyramide, auf deren zwei Hälften oben jeweils riesige Scheinwerfer (angeblich ist die verrostete Oberfläche der Scheinwerfer absichtlich gewählt) befinden. Nachts sollen die Lichter die geteilte Pyramide dann zu einer geschlossenen Form vollenden.




Der von uns heute gewählte Weg auf der Halde Rungenberg war irgendwie doch weiter als zunächst erwartet und so wurden wir von der Dunkelheit und einsetzendem Regen überrascht. Der Regen hörte übrigens pünktlich auf die Minute wieder auf, als wir dann endlich zurück am Fahrzeug angekommen waren, aber da waren wir schon alle triefnass und matschverschmiert. C´est la vie! 
Wir werden bestimmt ganz bald bei besserem Wetter noch mal auf die Halde gehen und uns dort in Ruhe umsehen. Aber auch bei Dunkelheit ist es natürlich schön, auf die Lichter der Städte hinabzublicken - faszinierende Eindrücke! Allerdings sollte man dann den Rückweg kennen ...

Wenn ihr mal im Ruhrgebiet seid und euch einen tollen Überblick verschaffen wollt, dann sollte ein Besuch einer Halde bei euch auf jeden Fall auf dem Programm stehen. Also feste Schuhe einpacken - es lohnt sich!

Liebe Grüße

Euer Grübchen